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16
Okt
2005

Klassik-Quizzzz











Sie haben 7 von 9 Punkten.

Bravo! Sie sind ein wahrer Kenner. Ihnen macht keiner einen
Bach für einen Mozart vor. Und das ganz ohne Klassikjingles
nach der Schulpause!

Ha! [ würde frau k. jetzt sagen... ]


>>Dort selbst probieren.

Oh, ratio!

Horatio - schön von dir zu hören! dachte ich vorhin beim Telefonat mit AKZ. Laut und überdeutlich drangst du, Horatio, Überbringer der Wahrheit, an mein Ohr. Und bestätigtest mich darin, Titanin zu bleiben, hart zu sein. Ihm gegenüber; und, ja, auch zu mir selbst. Ich bin kein Konjunktivfetischist. Ich brauche klare Verhältnisse. Und muss die logische Konsequenz befolgen, die ich ihm so deutlich machte. „Ich warte auf keinen Mann.“ Nicht mehr.

AKZ und das Germanistische Drama.

aposProlog
AKZ - sie ist eine liebe Freundin und Ex-Kommilitonin, lebt inzwischen in München. [Die ich eigentlich besuchen wollte, auf dem Rückweg von Wien.] AKZ versteht sich auch gut mit frau k. und der sister. Und: ihr verdanke ich einen der größten Schocks meines Lebens, dereinst, als wir das Germanistische studierten und wir uns gemeinsam durchs Büchner-Zwischenprüfungsseminar kämpften. Und der ich deshalb - des Schocks wegen - diese kleine Geschichte verdanke.

Des Dramas Hauptteil
Ich saß Sonntagabends, anno 2001, in den letzten Zügen über einer Hausarbeit – Dietrichepik, Mittelalter; schon schwirren mir wieder die ersten Zeilen des Laurins durch den Kopf….

Ze Berne was gesezzen
ein degen sô vermezzen,
der was geheizen Dietrîch.
niender vant man sîn gelîch
bî den selben zîten. …


- ja, ich mochte ihn, den Laurin… Nun, ich saß also über dieser Arbeit, die am nächsten Morgen abzugeben war. Den Schein sollte ich am nächsten Tag bekommen [der gute Dozent..!], den [Schein! naturellement] ich dann brav zum Prüfungsamt tragen wollte, um meine Zulassung zur Zwischenprüfung am Donnerstag zu bekommen. An jenem Sonntagabend also piepte mein Mobilchen. „Sehen wir uns morgen früh dann zur Prüfung um neun?“ schrieb mir AKZ.
Schock. Morgen früh?? Mir schossen alle Gedanken gleichzeitig durch den Kopf. Ob ich es schaffte, mir den Büchner-Stoff noch einzupauken, wenn ich die ganze Nacht durchlernte.. äh... Moment, mir fehlt ja die Zulassung – und dafür die Hausarbeit…Scheiße. Zwischenprüfung adé. Das war es dann wohl für dieses Semester. Ich ließ den Laurin Laurin sein, öffnete (erst) eine Flasche Wein und betrank mich schließlich.
Der nächste Morgen glotzte schlohweiß in mein Fenster und ließ mich geschwind zurück in traumlosen Schlaf flüchten. Irgendwann aber hat jeder Schlaf ein Ende, auch der komatöseste. Und nach dem ersten Kaffee setzte ich mich wieder an meinen Laurin, um die letzten Zeilen zu schreiben, ihn zu überarbeiten und auszudrucken. Abgeben konnte ich ihn nun auch morgen noch.
Der Dozent, als ich am Dienstag zu ihm ins [ im Frommannschen Anwesen gelegene (auch diese Erwähnung hat seinen Grund, wenngleich er nur für mich relevant ist) ] Büro schneite (ja, es war gerade Anfang März, da hat es auch in Jena bisweilen noch Schnee...); als ich also bei ihm erschien, blickte er mich sehr ernst an: „Wollten Sie die Arbeit nicht gestern schon abgeben, wegen Ihrer Zulassung? Die brauchen Sie doch heute?“ – „Naja“ druckste ich herum, „ich hab den Prüfungstermin verwechselt. Die Klausur war schon gestern, nicht Donnerstag.“ Er hob seine Augenbraue. Wie ich sie liebte an ihm. „Sie sind doch Nebenfach, richtig?“ Ich vernahm ein zögerliches Ja aus meiner Kehle. Da verschwand er aus dem Büro ins Nebenzimmer. Kam zurück, mit noch ernsterem Gesicht: „Die Klausur in Literaturwissenschaft ist übermorgen. Gestern war Sprachwissenschaft dran. Ich schreibe Ihnen jetzt den Schein so aus, Sie können doch nicht ewig im Grundstudium bleiben. Welche Note wollen Sie denn?“ –
Ich war sprachlos. „Ähm…. Dann schreiben Sie einfach eine 4.0 rein.“ – "Nein, so schlecht wird Ihre Arbeit nicht. Ich schreibe eine drei hinein. Wenn ich die Arbeit gelesen habe, können Sie Ihren richtigen Schein abholen und den alten zerreißen Sie bitte.“
Peng.
Ich glaube, in jenem Moment habe ich ihn am meisten geliebt.

Epilog
Die Auflösung des Rätsels: AKZ studierte Germanistik im Hauptfach und musste folglich sowohl in Sprach- als auch Literaturwissenschaft eine Klausur schreiben. Dummerweise glaubte sie, ich sei auch ‚Hauptfächler’. War ich aber, wie wir wissen, nicht. Auf den Laurin gab er mir übrigens eine 2.0. Die Büchnerklausur habe ich verrissen und sie im April nochmal geschrieben - dann auch mit zwei bestanden.

Nomen est omen?

aposABOUT: TITANIA CARTHAGA

...wurde 1978 in Tunis geboren, Vater Diplomat, Mutter Pianistin. Aus Protest gegen die Vernachlässigung durch ihre Eltern vollzog sie die Wandlung in eine körperlose Cyberfigur. Nennt sich seither Titania Carthaga. Avatarin der Fiktionäre, lebt.
_______________

Für all jene, die immer wieder nachfragen, was denn 'Titania Carthaga' zu bedeuten habe, hier einmal eine kurze Zusammenfassung.

Titania: Ovids Name für Diana *) war Titania, der – wie es etwa Shakespeares Sommernachtstraum belegt – auch für die mittelalterliche Feengöttin geläufig war. Die ursprüngliche Titania war die Große Göttin; sie herrschte über das Pantheon der ägäischen Titanen, der Götter des Goldenen Zeitalters, die später von den patriarchalen Olympiern unter Vater Zeus [Silbernes Zeitalter] gestürzt wurden. Der Name Titanen bedeutet „Herrschende“, denn sie beherrschten einst die ägäische Welt. Ihre Königin Titania – sonst als Themis,
Gaia (! - @urfin) oder Mutter Rhea bekannt – wurde später zur Mutter des erobernden Zeus.
[u.a. nach Barbara Walker, Das geheime Wissen der Frauen, S. 1106]

Carthaga: (abgeleitet von Carthago), die Karthagerin. Karthago zählte zu den größten und reichsten Städten im letzten vorchristlichen Jahrtausend. Es war gefürchteter Feind der Griechen und - noch mehr - der Römer. Gegründet wohl um 814/ 813 v.Chr. von aus Tyros und Sidon stammenden Phöniziern als Qart'hadasht - "Neue Stadt", wuchs es bis 500 v.Chr. zu seiner - von anderen gefürchteten - Größe und Macht an. Schon im 8. Jhd. hatte Karthago eine bereits in die Zehntausende gehende Einwohnerzahl. Der Gründungsmythos Karthagos geht auf die erste uns überlieferte Formulierung bei Timaios zurück; eine ausführliche Darstellung ist bei Iustinus zu finden. Laut Letzterem kamen die Gründer Karthagos aus Tyros; eine Gruppe von Flüchtigen, an deren Spitze Elissa , die Tochter des Königs von Tyros, stand, um einen Neubeginn zu wagen. In Vergils Aeneis, findet die Geschichte der (Vergil nennt sie wie folgt) Dido ihre wohl berühmteste und ausführlichste Fassung. [ ausführlicheres zu Karthago als Großmacht gibts übrigens >> dort ]

*) wie sich leicht denken lässt: Diana, Himmelskönigin, ist e i n (römischer) Titel der Dreifachen Göttin als 1. Mondjungfrau [siehe Werwolfmythen], 2. Mutter aller Geschöpfe [siehe Fruchtbarkeitsmythen] und 3. Jägerin oder Zerstörerin [siehe die Mythen um Persephone/ Proserpina; die Todesgöttin]. Genaueres zu Fruchtbarkeitsmythen des euroarabischen Raumes >> dort.
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Nomen est omen... (?)
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Titania Carthaga

Mit etwas Größenwahn gelingen auch Dinge, die eigentlich unmöglich erscheinen.

[ Du darfst... ]

...Dich anmelden.

[ Die Anthologie ist da! ]

ANNO 1900, Weimar. Eine kulinarisch-literarische Ausschweifung
Erhältlich via Buchhandel oder Amazon

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[ kommentierte Ausgaben ]

Vorboten
Kaum tritt der Dezember über die Kalenderschwelle,...
Titania Carthaga - 2009-12-02 13:32
Das ist wunderbar zu...
Das ist wunderbar zu lesen. :)
june - 2009-11-17 20:22
Ich weiß nicht,...
Ich weiß nicht, ob ich es anders meine. Ihnen...
steppenhund - 2009-11-17 16:43
Oh.
Wie schön, Sie wieder bei mir zu lesen! Und die...
Titania Carthaga - 2009-11-17 16:30
Gratuliere. Dem Mann...
Gratuliere. Dem Mann ist vermutlich auch zu gratulieren...
steppenhund - 2009-11-17 15:59
Sprachlos
Ich bin immer wieder aufs Neue erstaunt und fasziniert...
Titania Carthaga - 2009-11-17 15:59
Genau!
Städte sind oft das komplette Gegeteil von ihrem...
Ralf (Gast) - 2009-11-17 12:57
Ungefähr so, wie...
Ungefähr so, wie sich HH immer als eisglitzernde...
Titania Carthaga - 2009-11-17 10:55

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