
"25.224 Stimmen entschieden über Sieg oder Niederlage bei Italiens Parlamentswahl." [
Q] Irgendwie hatte der Wahlkrimi in Bella Italia etwas von den deutschen BT-Wahlen im Herbst 2005. Wäre Berlusconi der "Sieger" geworden, wärs einer solchen Farce wie seinerzeit der zu den Präsidentschaftswahlen in den USA Bush-Al Gore gleichgekommen. Florida-Zustände machen sich also inzwischen auch in Europa breit. Irgendwann hängt es dann an keinen hundert Wählerstimmen mehr...
Aber warum werden die Wahlentscheidungen immer knapper? Auch die deutschen Bundestagswahlen machten es deutlich: In Krisenzeiten sind Mehrheiten schwer zu finden, das Wahlvolk unentschlossen und unsicher.
Vielleicht fehlen die alten, durch Wertewandel in ihrer Bedeutung geschwundenen Konfliktlinien, die sog.
cleavages, Staat vs. Kirche, Arbeit vs. Kapital? Vielleicht ist der
cross-pressure-Effekt zu groß?
Konfliktlinie 1 - Staat vs. Kirche/ Religion: In Zeiten von Kopftuchstreit, (fehlgeschlagener) Integration und islamischem Fundamentalismus? Eher brandaktuell als veraltet.
Konfliktlinie 2 - Arbeit vs. Kapital: Heuschreckendebatte, 5 Millionen Arbeitslose, Mindestlohndiskussion... eigentlich auch mehr als brandaktuell - sozusagen d e r Dauerbrenner seit Jahren.
Woher also kommts? Was denkt ihr?