
Könnt' ich im Moment, wie ich wollte, dann würd ich mich jetzt irgendwo ans Mittelmeer verkrümeln, oder nein, noch besser: an den französischen Atlantik. Würde dort ein Zimmerchen mieten, täglich am Strand spazieren gehen und mir den bretonischen Wind um die Nasenspitze sausen lassen. Vor mich hin lesen, Notizen ins Moleskine kritzeln, meinen Gedanken nachhängen. Im örtlichen Marché kauft man das notwendigste ein - Baguette, Butter, Wasser, Wein, Käse - , in der kleinen Fischerkate um die Ecke geräucherten Aal und Butterfisch, vielleicht gibt’s Garnelen - ungbedingt an Knoblauch denken! - und alles wär gut.
Aber, ach, das Leben schreibt einem bisweilen hässliche Dinge ins Lebensbüchlein (ob das vielleicht rot ist wie das 2006 auf den Markt gebrachte Moleskinekalendarium? Würde mir gefallen - rotes Lebensbuch. Grinst.), weshalb ich mir solche Reisen allein vermittels Imaginationskraft leisten kann.