Gingkos Patronat
Am Germanistischen Institut angekommen, verkniff ich es mir, vor dem Betreten noch eine Zigarette zu rauchen. Den Stiel des Gingkoblatts zwischen Daumen und Zeigefinger drehend, die schon ganz bläulich und rot geworden waren vor Kälte, nahm ich eine Sandsteinstufe nach der anderen. Behielt das Blatt die ganze Zeit über in der Hand, auch während des gesamten einstündigen wiewohl angenehmen Gesprächs, mich auf diese Weise Goethes Patronats versichernd. Er hat sich mir wohlgesonnen erwiesen - die Prüfung hätte besser nicht verlaufen können.
Zwei Stunden später dann Lesung. Auch sie sehr gelungen, mit wunderbaren Texten, Wortgebilden und Klängen aus Piano und Kehle - vor vollem Sälchen.
Ein so verdammt guter Tag.
Titania Carthaga - 2007-11-14 10:00
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ANNO 1900, Weimar. Eine kulinarisch-literarische Ausschweifung










