
Habe ich schon erwähnt, dass mir Hamburg immer sympathischer wird? Ich bin zwar noch weit davon entfernt, in heißer Liebe zu dieser Stadt zu entbrennen - wie mir das einst mit Berlin geschah. Doch je höher die Hürden für eine Sympathie, desto wahrscheinlicher wird eine intensive Liebe. (Liebe braucht immer
Widerstand. Das wird mir derzeit erst so richtig klar. Und lässt im Hirn wieder ein Paralipomenon
ANHs aufflackern.)
Mit der Spreemetropole verband mich lange Zeit eine große Abneigung. Ich hatte sie bis dahin stets nur im tristen Novembergrau erlebt. Doch dann kam das Jahr 2003 - und mit ihm dieser megaheiße Jahrhundertsommer, den ich viel in der Hauptstadt verbrachte. Und sie ganz neu entdeckte. (Sicher auch, weil ich in dieser Stadt liebte.) Inzwischen gehe ich durch ihre Straßen, Alleen, über S-Bahnsteige, durch nach Urin stinkende Unterführungen - und ich denke immer wieder: Du bist so geil, Berlin! Eigentlich will ich hier gar nicht weg...
Ähnlich ergeht es mir inzwischen mit Hamburg - die Stadt, in der ich bis dato nur Gastarbeiterin war, und mich auch so fühlte. Die Veränderung ist bei weitem (noch?) nicht so absolut - in Bezug auf die Stadt, aber seit die Sonne sich häufiger blicken, in HH das Grün und Blütenpracht explodieren lässt und über die Elbwellchen funkelt, schleicht sich ein gewisses Sympathieempfinden für die Hansestadt ein. Mal sehen, wo das hinführt...