Unerlaubte Blicke
Das hat mehrere Gründe. Einer ist mein eigenes augenblickliches Desinteresse, dessen Ursache in eben jener freiwilligen und sofortigen Unterordnung liegt, die sich in dieser Art Blicke offenbart. Gleichzeitig empfinde ich das 'Zuwiderhandeln' jener gegen meine inneren und ergo stummen Regeln als unerlaubtes Eindringen in meine 'Privat'sphäre: sie haben - aufgrund ihrer Schwäche - kein 'Recht' auf mich. (Im Grunde 'dumm', sagt die Vernunft, es gibt ja diesbezüglich kein Recht, das man ergo verwehren könnte. Es ändert jedoch nichts daran, dass diese Wertung für mich absolut real ist: mithin ein - für demokratisch geschultes Urteilen "furchtbar" - elitärer Anspruch.)
Das 'Recht' des Blicks gestehe ich nur dann zu, wenn ich den Eindruck(!) habe, derjenige sehe eben nicht nur die Hülle-an-sich, sondern nehme darüber hinaus weitere (sichtbare oder daraus ableitbare) Dinge wahr und ordne sich selbst daraufhin auf Augenhöhe ein: sieht sich mir also, wenigstens scheinbar, g e w a c h s e n. Deckt sich diese Einschätzung mit meiner (Interdependenz, jaja) - voilà.
Das ist für mich absolute Voraussetzung (und überdies selten), man könnte sagen, die innere >>> 1. Gelingt es dann, diesen ersten Eindruck auf beiden Seiten zu erhalten - und n u r dann -, besteht die Möglichkeit für Weiteres.
Die Crux dabei für den Mann: einerseits fordert dieser Anspruch ein unbedingtes Sich-Einlassen-Wollen, andererseits verlangt es von ihm, sich nicht oder nur andeutungsweise zu verraten. Ich brauche immer das lockende Geheimnis, Andeutungen, Ahnungen. Die völlige Offenbarung verursacht in mir rapiden Verlust von Interesse.
Will ein Mann mich gewinnen, wird er all dies berücksichtigen müssen. Nur woher soll er das wissen...?
Lächelt.
Und immer wieder L'Aragon: Die Illusion ist das Fleisch auf den Dingen.
[ Soviel zum Thema Projektionen in Beziehungen... ]
Rubrik: Männer & Frauen. Strukturen.
Titania Carthaga - 2007-04-28 18:22
7 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
ReneS (Gast) - 2007-04-29 13:10
Prüfend von oben nach unten und von unten nach oben schauend... mmmm....
Titania Carthaga - 2007-04-29 23:38
Hierarchien hats immer gegeben - und wird es auch immer geben.
Grundstruktur von Welt.
Grundstruktur von Welt.
timanfaya - 2007-05-02 16:51
*öhm* ... ich glaube, das kapiere ich auch im zweiten anlauf nicht. aber ich nehme an, es geht um sowas ähnliches wie leckeren kuchen. wenn ich den interesssant find und haben will, schaue ich ihn mir genüßlich an. und dann falle ich über ihn her. besonders viel hirntätigkeit ist zwischen schritt 1 und schritt 3 wahrscheinlich nicht vorhanden ... aber deswegen verstehe ich das gelesene wahrscheinlich auch nicht im zweiten anlauf ... (o;
Titania Carthaga - 2007-05-03 16:22
Ich habe nicht behauptet, dass DU es verstehen musst. Ich beschreibe oben nur die Prozesse, die unbewusst ablaufen...
Morgenlandfahrer (Gast) - 2007-05-09 08:36
Unbewußt?
Du hast es notiert, ergo es Dir bewußt gemacht.
Erzähle mir vom nächsten Schritt, was ist nun?
Erzähle mir vom nächsten Schritt, was ist nun?
Titania Carthaga - 2007-05-09 15:26
M i r ist es durchaus bewusst, sonst hätte ich die obige Analyse schlecht niederschreiben können :) Die wenigsten allerdings dürften sich ihrer Strukturen und Mechanismen bewusst sein - und selbst, wenn man sie fragte, käme da wohl nicht viel mehr als Schematisches, eben Altbekanntes.
Das, wie ich finde, eigentlich Spannende ist, dass all das oben Beschriebene in Bruchteilen von Sekunden abläuft...
Welche Konsequenz aus dieser Erkenntnis zu ziehen ist?
Für mich: Ich weiß, an welchem Punkt sich mein evtl.es Interesse für einen Mann entscheidet. Ich weiß, warum ich "so wählerisch" bin - und: was bei mir h i n t e r all dem oben Aufgeführten steckt.
Allgemein: Männer & Frauen und ihre gegenseitige Attraktion ist ein komplexes Thema, das sehrwohl und zu großem Teil von den inneren Koordinaten der jeweils Beteiligten bestimmt ist. Das Schema F - Frau sieht Mann, seinen Körperbau, Status, Gebahren usw. und findet ihn ergo attraktiv - das greift einfach zu kurz.
Interessant wäre es nun, solch eine Situation aus der Sicht eines Mannes tiefergehend (!) analysiert zu bekommen.
Das, wie ich finde, eigentlich Spannende ist, dass all das oben Beschriebene in Bruchteilen von Sekunden abläuft...
Welche Konsequenz aus dieser Erkenntnis zu ziehen ist?
Für mich: Ich weiß, an welchem Punkt sich mein evtl.es Interesse für einen Mann entscheidet. Ich weiß, warum ich "so wählerisch" bin - und: was bei mir h i n t e r all dem oben Aufgeführten steckt.
Allgemein: Männer & Frauen und ihre gegenseitige Attraktion ist ein komplexes Thema, das sehrwohl und zu großem Teil von den inneren Koordinaten der jeweils Beteiligten bestimmt ist. Das Schema F - Frau sieht Mann, seinen Körperbau, Status, Gebahren usw. und findet ihn ergo attraktiv - das greift einfach zu kurz.
Interessant wäre es nun, solch eine Situation aus der Sicht eines Mannes tiefergehend (!) analysiert zu bekommen.
morgenlandfahrer (Gast) - 2007-05-12 07:34
Weitergehende Gedanken meinerseits
Attraktivität kommt und geht, an einem Tag ist diese Eigenschaft oder jene interessant, am anderen Tag stößt Sie ab. Äußerlichkeiten wie Status oder Gebaren sind meiner Ansicht nach selten ein Anzeichen von Attraktivität (Nachtrag beim durchlesen: wieder eine Konstruktion;-). All das was ich versuche zu konstruieren, ist das wirklich Realität? Stört es nicht meine wahre Zuwendung zu Menschen und zur Welt. Beschränke ich mich nicht selbst durch meine Ablehnung?
All diese Versuche meines Intellekts mich zu täuschen, mich zu Verführen und mir weißzumachen ich sei Dies oder Das oder was der andere ist, schränkt mein Innerstes in Wahrheit nur ein.
Über Jahre anerzogen, Mauern zu bauen, jetzt Stein für Stein abzubrechen, und mehr und mehr den Blick öffnen und im Augenblick mich auf das konzentrieren was ist.
Geschieht all dies aus einer Ablehnung meiner eigenen Bedürfnisse? Ist all dies die Ablehnung meiner eigenen Menschlichkeit, eine Entschuldigung für all meine Gebaren und Affekte (interessent wäre hier die Frage ob Gebaren bewußt oder unbewußt ist, ich glaube es ist das letztere).
Welche Wirklichkeit steckt hinter diesen Gedanken, wie weit muß ich gehen, damit ich alles verliere?
All diese Versuche meines Intellekts mich zu täuschen, mich zu Verführen und mir weißzumachen ich sei Dies oder Das oder was der andere ist, schränkt mein Innerstes in Wahrheit nur ein.
Über Jahre anerzogen, Mauern zu bauen, jetzt Stein für Stein abzubrechen, und mehr und mehr den Blick öffnen und im Augenblick mich auf das konzentrieren was ist.
Geschieht all dies aus einer Ablehnung meiner eigenen Bedürfnisse? Ist all dies die Ablehnung meiner eigenen Menschlichkeit, eine Entschuldigung für all meine Gebaren und Affekte (interessent wäre hier die Frage ob Gebaren bewußt oder unbewußt ist, ich glaube es ist das letztere).
Welche Wirklichkeit steckt hinter diesen Gedanken, wie weit muß ich gehen, damit ich alles verliere?



ANNO 1900, Weimar. Eine kulinarisch-literarische Ausschweifung











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