Grammatik-Test
;o)
Weiter geht's mit Foucault, Habermas und - genau: Luden.
Titania Carthaga - 2007-09-06 17:18
9 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
Yugo Amaryl - 2007-09-07 08:24
Grammatik
Was für ein Test. Leider sagt der nur etwas darüber aus, ob man die richtigen Vokabeln gelernt hat - und nicht darüber, ob man seine Sprache beherrscht. Wenn ich zehn Jahre nach dem Ablegen des Abiturs nicht mehr aus dem Stegreif weiß, was Genus oder Indikativ sind, aber diese richtig benutze, empfinde ich das nicht als sonderlich beschämend.
Offen gesagt habe ich den Eindruck, dass der Test schlicht und einfach von einer (frustrierten?) Germanistin geschaffen wurde, um den ganzen Studienanfängern mal zu zeigen, wie schlecht sie doch sind. Sehr passend auch:
Angesichts der Ergebnisse fordert sie vom bayerischen Kultusminister Siegfried Schneider : "Der Anteil des Grammatikunterrichts muss von der Sekundarstufe I bis zum Abitur unbedingt erhöht werden, der Umfang der Grammatikausbildung für die Lehramtsstudenten aller Schularten muss aus- geweitet, die Prüfungsanteile den Notwendigkeiten angepasst werden."
Offen gesagt habe ich den Eindruck, dass der Test schlicht und einfach von einer (frustrierten?) Germanistin geschaffen wurde, um den ganzen Studienanfängern mal zu zeigen, wie schlecht sie doch sind. Sehr passend auch:
Angesichts der Ergebnisse fordert sie vom bayerischen Kultusminister Siegfried Schneider : "Der Anteil des Grammatikunterrichts muss von der Sekundarstufe I bis zum Abitur unbedingt erhöht werden, der Umfang der Grammatikausbildung für die Lehramtsstudenten aller Schularten muss aus- geweitet, die Prüfungsanteile den Notwendigkeiten angepasst werden."
Titania Carthaga - 2007-09-07 14:36
Frustrierte Germanistin? Grinst. Je nun...
Dass man die exakten Begriffe nicht weiß, ist die eine Sache. Dass man, auch wenn man die Sprache richtig anwendet, sich über die Muttersprache dennoch (zu?) wenig bewusst ist, eine andere. Allerdings sind solche Dinge wie Präpositional-Objekt, Indefinitpronomen und Negationsadverb schon Feinheiten - da geb ich Dir recht - und tatsächlich Sache der Syntaktiker, Lexikologen or whatever, jedenfalls Sprachwissenschaftler. Es reichte ja, wenn man weiß, dass es ein Objekt ist: denn durch Sprache wird ja so viel bereits verdeutlicht (Beziehungsebene Subjekt-Objekt etc.), man muss nur genau zuhören.
Mein Hinweis auf Latein indes war nicht unabsichtlich: Wer sich einmal wirklich durch Cicero gequält hat (und das geht wirklich nur mit permanentem Pauken der Grammatik bis zum Erbrechen - ich weiß, wovon ich rede...), der hat plötzlich eine ganz neue Sicht auf und mehr Verständnis für die eigene Sprache - von der Wissensbasis, die man fürs Erlernen neuer Fremdsprachen mitbringt, ganz abgesehen, ebenso von der Tatsache, dass es im Deutschen nur so wimmelt von Lehnwörtern aus dem Lateinischen.
Ich hab mir z.B. nach dem Latinum in Rom den Spaß gemacht, mir eine La Repubblica zu kaufen - und ich konnte zumindest grob verstehen, was darin geschrieben stand.
Dass man die exakten Begriffe nicht weiß, ist die eine Sache. Dass man, auch wenn man die Sprache richtig anwendet, sich über die Muttersprache dennoch (zu?) wenig bewusst ist, eine andere. Allerdings sind solche Dinge wie Präpositional-Objekt, Indefinitpronomen und Negationsadverb schon Feinheiten - da geb ich Dir recht - und tatsächlich Sache der Syntaktiker, Lexikologen or whatever, jedenfalls Sprachwissenschaftler. Es reichte ja, wenn man weiß, dass es ein Objekt ist: denn durch Sprache wird ja so viel bereits verdeutlicht (Beziehungsebene Subjekt-Objekt etc.), man muss nur genau zuhören.
Mein Hinweis auf Latein indes war nicht unabsichtlich: Wer sich einmal wirklich durch Cicero gequält hat (und das geht wirklich nur mit permanentem Pauken der Grammatik bis zum Erbrechen - ich weiß, wovon ich rede...), der hat plötzlich eine ganz neue Sicht auf und mehr Verständnis für die eigene Sprache - von der Wissensbasis, die man fürs Erlernen neuer Fremdsprachen mitbringt, ganz abgesehen, ebenso von der Tatsache, dass es im Deutschen nur so wimmelt von Lehnwörtern aus dem Lateinischen.
Ich hab mir z.B. nach dem Latinum in Rom den Spaß gemacht, mir eine La Repubblica zu kaufen - und ich konnte zumindest grob verstehen, was darin geschrieben stand.
timanfaya - 2007-09-07 15:27
ich würde gern mal das ergebnis von herrn schneider sehen.
p.s.: ich kann in rotterdam auch die tageszeitung lesen. insbsondere den sportteil. 2:1 ist halt international ...
p.s.: ich kann in rotterdam auch die tageszeitung lesen. insbsondere den sportteil. 2:1 ist halt international ...
Titania Carthaga - 2007-09-08 01:17
Ich meinte den Politikteil.
ConAlma - 2007-09-07 13:16
Supertest - wenn ich bei einem Satz den Punkt hinten vergesse, ist die Antwort schon falsch, obwohl sie richtig ist. Nämlich grammatikalisch.
caliente_in_berlin - 2007-09-07 13:18
Ja. Solche "Fehler" hatte ich auch mehrmals. Auch schrieb ich "maskulin" statt "maskulinum"..selbstverständlich falsch.
Titania Carthaga - 2007-09-07 14:26
Lacht. Ja, das ging mir ganz genauso mit dem Suffix -um. Aber man weiß ja dann, dass man es im Grunde trotzdem richtig hatte. es geht doch nicht darum, den Test mit x Punkten zu bestehen, sondern einfach mal für sich selbst zu checken, was man noch weiß.
tinius - 2007-09-08 07:45
Für Germanistikstudenten oder andere Sprachstudenten ist das schon wichtig. Aber nach ein paar Fragen und der auch von Euch erwähnten Fehler, habe ich beschlossen, daß es ausreichend sei, wenn ich mich auf die korrekte Anwendung der deutschen Sprache beschränkte, ohne das Recht auf gelegentliche Fehler von mir zu weisen. Das Latinum habe ich, aber es hat mir bei der Lösung der ersten Fragen auch nicht immer weitergeholfen....
steppenhund - 2007-09-16 11:53
Die armen Schüler
tun mir leid, welche von den Auswertern des Tests unterrichtet werden. Das sind Deutschheinis, wie sie mit nassen Fetzen von Unis oder Schulen gejagt werden sollten.
Dritte Person wird als falsch gewertet, wenn "3. Person" steht.
"präsenz" wird falsch gewertet, weil "Präsenz" erwartet wird.
Ich gestehe, dass ich von den 35 möglichen Punkten nur 30 hätte machen können. Ein Indefinitpronomen war mir bis dato unbekannt.
Ich habe mir allerdings erlaubt, "3. Fall" zu schreiben, obwohl ich "dem Dativ so gerne retten tu".
Wenn ich dem Verfasser eines solchen Tests mit derart intoleranter Auswertung von Freitextangaben begegnete, schmetterte ich ihm entgegen:"Dass sie ein Arschloch sind, wissen Sie wohl. Aber begründen Sie noch, warum ich Sie ein blödes Arschloch nenne."
-
Ich frage mich, ob mit diesen Beurteilungsmethoden einmal entschieden wird, ob Ausländer die Reifeprüfung im Kindergarten bestanden haben, um zum Schulbetrieb zugelassen zu werden.
Kleine Korrektur am Rande: wer das Latinum in der Tasche hat, scheint nicht im Vorteil zu sein. Denn mit einer derart intoleranten Auswertung rechnet ein vernünftiger Mensch nicht. Oder sollte er doch?
Dritte Person wird als falsch gewertet, wenn "3. Person" steht.
"präsenz" wird falsch gewertet, weil "Präsenz" erwartet wird.
Ich gestehe, dass ich von den 35 möglichen Punkten nur 30 hätte machen können. Ein Indefinitpronomen war mir bis dato unbekannt.
Ich habe mir allerdings erlaubt, "3. Fall" zu schreiben, obwohl ich "dem Dativ so gerne retten tu".
Wenn ich dem Verfasser eines solchen Tests mit derart intoleranter Auswertung von Freitextangaben begegnete, schmetterte ich ihm entgegen:"Dass sie ein Arschloch sind, wissen Sie wohl. Aber begründen Sie noch, warum ich Sie ein blödes Arschloch nenne."
-
Ich frage mich, ob mit diesen Beurteilungsmethoden einmal entschieden wird, ob Ausländer die Reifeprüfung im Kindergarten bestanden haben, um zum Schulbetrieb zugelassen zu werden.
Kleine Korrektur am Rande: wer das Latinum in der Tasche hat, scheint nicht im Vorteil zu sein. Denn mit einer derart intoleranten Auswertung rechnet ein vernünftiger Mensch nicht. Oder sollte er doch?



ANNO 1900, Weimar. Eine kulinarisch-literarische Ausschweifung











Trackback URL:
http://rdh.twoday.net/stories/4236216/modTrackback