
"Weshalb nicht?", frage ich ihn. Wir sitzen einander gegenüber in einem Weinkneipchen. Sprechen von vielem, der Wein füllt immer wieder die Gläser. Ich liege auf der Lauer. Warte auf das kleinste Anzeichen von ihm. Wir haben uns schon einige Male getroffen. Viele SMS gewechselt, telefoniert. Eigentlich ist alles klar, es steht greifbar im Raum wie zwischen uns der Tisch: Ja, ich will Dich. Sofort. Irgendwann hake ich meinen Zeigefinger in seinen Hemdausschnitt und ziehe ihn zu mir heran... seine Lippen finden meine, und ich vergesse alles um mich.
"Das war sehr gut, dass du das getan hast...", flüstert er mir zwischen zwei langen Küssen ins Ohr.
"Ich ahnte, du würdest dich nicht trauen", erwidere ich.
"Ich hoffte sehr, du wüsstest, ich würde mich nicht trauen."
"Weshalb nicht?"
"Aus dem gleichen Grund, aus dem du dich getraust hast."
Noch nie hat ein Mann mich s o geküsst.
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