Schanzenfest 09
Wir saßen also fest - mit vielen anderen, die eigentlich nur feiern wollten. Mich amüsierte, dass einige der Döner-, Shop- und Kioskbesitzer - allesamt südlicher Herkunft - eifrig und immer wieder vor ihren Läden den Besen schwangen ud die Unmengen Kronkorken und Papierreste in den Rinnstein fegten. Bisher dachte ich, Ordnungsfimmel wäre eher "deutsch"... :) Das Epizentrum der "Krawalle" verlagerte sich immer mehr Richtung Pferdemarkt, so dass es "ruhiger" wurde. Aufgekratzt war die Stimmung dennoch. Da half nur Bier und das gab es reichlich. Weiterhin überall Ordnungshüter, die Wege versperrten. Gegen halb 3 trabte ich dann endlich außen herum zur U Sternschanze. Ich wollte nur noch heim.
Eine seltsame, unangenehme Erfahrung. Immer wieder stellte ich mir die Frage, ob solches Vorgehen nicht zwangsläufig Menschen politisiert und zu Sympathisanten macht, und zwar in eine Richtung, die "dem Staat" nicht passt.
Ähm... wer war gleich nochmal "der Staat"? Wir, oder?
Titania Carthaga - 2009-07-05 15:15
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tinius - 2009-07-05 18:09
Zwar kann ich solchen Randale - Events wenig abgewinnen, habe in Berlin schon einige miterlebt. Und das Verhalten der Polizei war da meist alles andere als deeskalierend. Wirklich übel fand ich die häufige Weigerung, Nichtbeteiligte nirgends aus dem "Unruhegebiet" herauszulassen. Wer da war, galt automatisch, so scheint es, als Täter. Zudem gab es nicht wenige Anhaltspunkte, daß Beamte in Zivil Aktionen mindestens provoziert, wenn nicht sogar durchgeführt haben..... Inzwischen bin ich froh, in einem ruhigen Bezirk zu wohnen (falls der Streit um das Flughafengelände sich nicht noch aufschaukelt...). LG tinius
Titania Carthaga - 2009-07-05 18:18
Das war auch mein Eindruck: Du bist einfach nur da, weil du feiern willst und wirst deshalb kriminalisiert. Niemand darf raus. Abgeriegelt. Typisch Hamburger Einkesselungstaktik (kennt man ja noch aus Hafenstraßenzeiten in ihrer krassesten Form) - und das bei den meisten Anwesenden völlig zu unrecht. Die paar Krawall-Heinze waren absolut in der Minderheit. Deeskalation seitens der Polizei sähe anders aus.
timanfaya - 2009-07-06 12:30
als ehemaliger teizeithamburger kenne ich das "problem" schon seit über 20 jahren. damals konnte die polizei nur in schweren panzerwagen mit mindestens 6 beamten und schwerbewaffnet im rechtsfreien raum [den ich auch nicht soooo prickelnd fand] auftreten, weil es immer wieder übergriffe mit schwersten verletzungen auf der polizeiseite gab. das ist die andere seite des geschehens. seit jahren. beamte, die in jungen jahren aufgrund schwerer körperlicher schäden in ausübung ihres berufes zur herstellung von sicherheit auf unsere kosten in die rente geschossen, geprügelt oder sonstwas werden. wer glaubt, dass bei solchen "ritualen" irgendetwas zu deeskalieren wäre, der möge sich bitte noch mal die psychologisch seltsamen auswüchse um brokdorf anschauen, bei dem normalste normalbürger zu unglaublicher gewalt aufliefen. staatsrecht ist staatsrecht. wer etwas dagegen hat kann klagen, anders wählen oder eine partei gründen um dinge zu ändern, aber nicht auf durch unser grundgesetz berufene ordnungshüter losgehen. da kriege ich pickel.
man weiß vorher, was für solche abende angesagt ist. da gibt es hinterher auch keinen der "schuld" ist, solche rituale gehen ihren weg, mal mehr, mal weniger* weshalb ich da auch nie hingegangen bin oder hingehen würde. das ist in etwa so, als wenn man gerne tornados beobachtet und hinterher meckert, wenn man mal von einem erwischt wird.
*weniger immer dann, wenn mal richtige polizei auftaucht. als hier in der gegend während der wm 2006 mal ein ansatz von randale bei einem großen volksfest anklang tauchte innerhalb kürzester zeit eine hundertschaft 2m großer schwarz gekleideter sondereinheiten auf. nach 10 minuten war das ding unter maximaleskalation gelaufen. danach hat von den hirnstammverweigerern nicht mal mehr einer leise gehustet.
man weiß vorher, was für solche abende angesagt ist. da gibt es hinterher auch keinen der "schuld" ist, solche rituale gehen ihren weg, mal mehr, mal weniger* weshalb ich da auch nie hingegangen bin oder hingehen würde. das ist in etwa so, als wenn man gerne tornados beobachtet und hinterher meckert, wenn man mal von einem erwischt wird.
*weniger immer dann, wenn mal richtige polizei auftaucht. als hier in der gegend während der wm 2006 mal ein ansatz von randale bei einem großen volksfest anklang tauchte innerhalb kürzester zeit eine hundertschaft 2m großer schwarz gekleideter sondereinheiten auf. nach 10 minuten war das ding unter maximaleskalation gelaufen. danach hat von den hirnstammverweigerern nicht mal mehr einer leise gehustet.
Zaza (Gast) - 2009-07-05 20:48
Vor ein paar Jahren hat sich an besagtem Randaleabend folgende Szene abgespielt: Der Freund einer Bekannten von mir stand zu nah am Geschehen, die Polizei drängte ihn unsanft zurück. Daraufhin äußerte er seinen Unmut, was die Polizisten noch gröber werden ließ. Meine Bekannte griff ein und verlangte die Dienstnummern der Beamten. Sie wurde als Antwort geschubst, stolperte im Gedränge und hielt sich an der Jacke des Polizisten fest (komischer Reflex, aber so lautet ihre Darstellung). Als Krönung des Ganzen wurde sie dann mit Knüppeln zusammen geschlagen und mitgenommen - ihr Freund durfte sie von einer Polizeiwache abholen.
Meine Bekannte gehört nicht der linken Szene an, kann aber recht provozierend auftreten. Sie hat sicherlich mit ihrer Art nicht dazu beigetragen, die Siuation zu entschärfen, aber das Verhalten der Polizisten war keinesfalls gerechtfertigt.
Meine Bekannte gehört nicht der linken Szene an, kann aber recht provozierend auftreten. Sie hat sicherlich mit ihrer Art nicht dazu beigetragen, die Siuation zu entschärfen, aber das Verhalten der Polizisten war keinesfalls gerechtfertigt.



ANNO 1900, Weimar. Eine kulinarisch-literarische Ausschweifung











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