
Ich hadere seit langem mit mir, ob ich dieses Blog deaktiviere. Seit Monaten dreh ich den Gedanken gegen Hirnwand und Gaumen: Lösch ichs oder lösch ichs nicht? Seit Bloggen nicht mehr Bloggen ist, also seit ca. 2005, und Blogs nicht mehr neutrum, sondern maskulinum be-artikelt werden, schwindet immer mehr die Hoffnung, eine Fortführung habe noch 'Sinn'. Ein weiterer Punkt kommt hinzu: Seit ich zur Arbeitnehmerin avancierte, finde ich kaum mehr Zeit, hier tatsächlich Sinnvolles zu posten. Stattdessen kleistere ich mein Blog mit Netzfunden und Kurzgedankenfragmenten zu. Ich bin zur permanenten Platzhalterproduzentin degradiert... Das kann es irgendwie nicht sein. Das soll es auch nicht sein. Aber wie ich mich kenne, werde ich noch eine ganze Weile auf dem Thema herumdenken...
Umso erhellender ist es - zumal in solch einer Blog-Sinnkrise - auf jemanden zu treffen, den man noch aus dem guten alten Kleinbloggersdorf kennt: die
Weltregierung gab sich und mir gestern die Ehre und schleppte mich auf der Schanze von Kneipe zu Bar und zur nächsten Theke. Dabei stellten wir nicht nur gemeinsame Bekanntschaften in der Blogwelt und sogar einen gemeinsamen verflossenen Arbeitgeber fest, sondern auch, dass auf den eigenen Radar über das Digitale hinaus Verlass ist. So abstrus das, wenn man es sich genau überlegt, ist: man entwickelt auch in der Blogwelt ein gutes Näschen für Leute, mit denen man einfach kann.
Zurückgekehrt an den Ausgangspunkt unseres abendlichen Thekenwanderns - dem Vordach der Roten Flora - beschlossen die Weltregierung und ich ebenda, dass solch ein Schanzenabend nach Fortsetzung verlangt. Gesagt - getan: Hoch leben die alten Bloggertreffen!