
Verstehe einer den interuniversitären Bürokratismus! Nachdem ich letzte Woche meine Germanistikprüfung absolviert habe (und seit kurz vor der Prüfung fleißig Mahngebühren sammelte - jede Woche 10 EUR Mahn- und Säumnisgebühren für die entliehenen und zu spät, ergo n i c h t verlängerten Bücher), stecke ich nun in den Vorbereitungen für die nächste mdl. Prüfung. Dazu benötige ich u.a. ein bestimmtes Buch (und zwar komplett, nicht nur einzwei Aufsätze daraus), welches es zwar auch in der hiesigen Unibib gibt, das aber für mich als Student nur von Freitag – Montag ausleihbar ist. Das betreffende Buch gibt es leider auch nicht im Bibliotheks-Magazin, von wo es für 4 Wochen ausleihbar wäre.
Da ich nun aber das Buch für meine Prüfungsvorbereitungen dringend brauche, jedoch leider nie habe in Bibliotheken lernen können – mich schläfern derlei Räumlichkeiten wie auf Knopfdruck nach spätestens einer Stunde ein – habe ich gedacht, ich bin mal clever und bestelle es einfach per
GVB, z.B. in der Weimarer
HAAB. Leider nur streikt an just dieser Stelle das System und mit ihm der Bürokratismus: da es in Jena verfügbar ist, kann es partout nicht per GVB bestellt werden: egal ob online oder auf anderem Wege. Es gibt für mich als Studi also keinerlei Möglichkeit, an dieses vermaledeite Buch für länger als 3 Tage heranzukommen, es sei denn ich fahre nach Weimar und melde mich in der HAAB an - was noch lange nicht garantiert, dass ich dort auch Bücher für 4 Wochen entleihen könnte.
Das Ende vom Lied: ich spare mir den Weg nach Weimar und bitte einen Freund, der im stolzen Besitz einer 'goldumflorten' Dozentenausleihkarte (die im Studentenmund sog.
black amex der Uni) ist, mir dieses Buch zu entleihen. Das habe ich nun vorhin bei ihm abgeholt. Auf meine Frage, wie lang die Leihfrist sei, winkt er nur ab. "Und wenn du es länger brauchst, mach Dir keine Sorgen, ich zahl keine Mahn- oder Säumnisgebühren..." sagt er noch, bevor wir uns voneinander ins Wochenende verabschieden.